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Dienstag, 20. Mai 2014
2014-05-17 DFB-Pokalendspiel in Berlin: Borussia Dortmund - FC Bauern
Tor? Kein Tor? BVB-Trainer Klopp ärgert sich
Von Daniel Berg
Dortmund. Der Ort war gut gewählt. Ein ehemaliges Heizwerk, das Berlin einst mit Wärme versorgte, diente Borussia Dortmund als Kulisse für die letzte Veranstaltung dieser Saison. Der Gewinn des DFB-Pokals hätte inmitten dieser Industrie-Romantik gefeiert werden sollen. Doch als die Mannschaft im Anschluss an die 0:2-Niederlage nach Verlängerung gegen den FC Bayern München um 1.40 Uhr auf die Bühne der Turbinenhalle trat, da dürstete sie ebenso wie das Publikum nach einer anderen Art von Wärme: nach Worten, die Energie spenden.Jürgen Klopp spürte das. Der Trainer nahm das Mikrofon nicht, er riss es förmlich an sich und begann eine Rede zu halten, die wie eine Predigt in dunkler Stunde wirkte.
Die Stimmung sackt in den Keller
„Das Leben ist eine Ansammlung von Versuchen“, philosophierte er, „wenn man immer nur das machen würde, was mit Sicherheit auch funktioniert, wäre das Leben langweilig. Ich weiß, dass es den Jungs schwer fällt zu feiern, aber wie doof wären wir denn, wenn wir zehn Monate lang alles investiert hätten und wegen eines Spiels, das wir noch nicht einmal allein verbockt haben, alles über den Haufen werfen?“Vielleicht war es aber genau das, was die Stimmung zwischen den Betonwänden zunächst so tief in den Keller trieb. Die Gewissheit, selbst zwar bei weitem nicht alles richtig gemacht zu haben und dennoch nah dran gewesen zu sein am Sieg. Wenn dieses Tor von Mats Hummels seine Anerkennung gefunden hätte, das der Abwehrchef mit einem Kopfball erzielt hatte, als der BVB das Spiel gerade in den Griff bekommen hatte. Doch Münchens Dante hatte den Ball von jenseits der Torlinie zurück ins Spiel gedroschen und somit bei Schiedsrichter Florian Meyer und seinem Linienrichter-Kollegen Zweifel geweckt, ob der Ball wirklich im Tor war.
War er. Und nun ist die erhitzte Frage, mit welchen Maßnahmen sich dieses Drama hätte verhindern lassen. Doch die Diskussion über die Torlinien-Technik verdeckt eine Debatte, die gar nicht erst stattfand: Hummels war bei seinem Kopfball stark abseitsverdächtig. Hätte Meyer demnach die Situation abpfeifen müssen?
Für Klopp nicht, er fand: „Wenn in Sibirien irgendwo gespielt wird, dann stehen da zwei Torrichter und gucken sich das 90 Minuten an. Aber wenn bei einem der bedeutendsten Verbände im Pokalfinale Dortmund gegen Bayern spielt, bleiben die zu Hause.“ Klub- und Liga-Präsident Reinhard Rauball klagt: „Dass sich der Welt- und der Europaverband nicht auf eine einheitliche Handhabung dieser Thematik einigen können und die nationalen Verbände mit dieser Frage allein lassen, ist bedauerlich.“
Die Uefa schreibt in ihren Wettbewerben wie Champions League und Europa League Torlinienrichter vor, die Fifa wird bei der WM in Brasilien das Tor technisch überwachen lassen. Dieses Vorgehen stand zuletzt auch in Deutschland vor der Einführung, doch nur neun von 36 Profiklubs votierten dafür. Darunter: Dortmund und München. „Die, die dagegen gestimmt haben“, sagt Linksverteidiger Marcel Schmelzer, „wissen nicht, wie es sich anfühlt, ein Finale wegen einer Fehlentscheidung zu verlieren.“
Robben und Müller treffen
Arjen Robben und Thomas Müller besorgten mit ihren Treffern in der Verlängerung eine kurzzeitige Dortmunder Depression. „Dies ist der allergrößte Titel, den wir in unserer derzeitigen Phase gewinnen können“, sagt Klopp. Die aus München weggekauften Mario Götze und Robert Lewandowski haben und werden sportliche Lücken hinterlassen, die vielen, vielen Langzeitverletzten besorgten den Rest einer schwierigen Saison. Der Trainer weiß, dass es Zeit brauchen wird, alles wieder so aufzubauen.Klopps Nachtrede soll der Anfang gewesen sein. „Wir kommen definitv wieder“, sprach er, „egal, wer uns weggenommen wird, wir holen Neue.“ Applaus. „Alles wird gut.“ Mehr Applaus. „Macht euch keine Gedanken.“ Jubel in Berlin.
„Ein bitterer Nachgeschmack“
Entscheidung gegen Torlinientechnik für Zorc nicht nachvollziehbar
Von Sebastian Weßling
Berlin. Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc war noch lange nach Ende des Pokalfinales bedient. Natürlich im Blickpunkt: das nicht gegebene Tor von Mats Hummels.Herr Zorc, wie bewerten Sie die Szene? Wenn das Tor für uns gegeben worden wäre, wäre das schon ein großer Vorteil gewesen. Es war relativ deutlich. Da muss man schon nicht genau hingeschaut haben, um das nicht gesehen zu haben. Es ist schade, dass so ein Finale letztendlich durch eine Fehlentscheidung entschieden wird, das ist sehr bitter.
Ist denn der FC Bayern dennoch ein verdienter Sieger? Die haben natürlich den Ball besser laufen lassen als wir. Aber am Ende entscheidet im Fußball das Tor, und wenn du dann 1:0 führst, ändert sich sehr oft das Spiel. Natürlich hat Bayern dann auch noch die eine oder andere Torchance darüber hinaus gehabt, trotzdem bitter.
Wie fällt Ihre Gesamtbewertung der Saison aus? Ich habe schon vorher gesagt, dass wir mit der Saison mit all den Problemen, die wir im Laufe des Jahres hatten, sehr zufrieden sind. Auch in der Champions League haben wir uns gut verkauft. Aber trotzdem, wenn du in einem Finale stehst, dann willst du es auch gewinnen. Und wenn dann ein reguläres Tor nicht gegeben wird, dann ist das schon ein bitterer Nachgeschmack. Aber Hauptsache, wir votieren hier alle gegen Torlinientechnik. Kein Mensch weiß warum, das ist für mich nicht nachvollziehbar.
BVB auf dem richtigen Weg
Von Ralf Birkhan
Angenommen, Sie sind kein glühender Fan von Borussia Dortmund. Und angenommen, auch der FC Bayern München lässt Sie kalt. Dann kann das Pokal-Finale Sie nicht vom Sitz gerissen haben.Wenig Strafraumszenen, die Torschüsse an einer Hand abzuzählen, keine rasend schnellen Konter. Hätten die Spieler die Trikots von Hannover 96 und Werder Bremen getragen, würde heute außerhalb von Hannover und Bremen niemand mehr über das Finale reden.
Doch es spielte der Rekordmeister Bayern gegen seinen Herausforderer Dortmund. Damit ging es in einem einzigen Spiel um die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Schon deshalb wollte keins der beiden Teams verlieren, und genau daraus resultierte das Kribbeln dieses Spiels.
Da Mannschaften auf diesem hohen Niveau nur selten die Nerven verlieren und ihr taktisches Konzept im Eifer des Gefechts über Bord werfen, entwickelte sich ein Pokal-Endspiel für Taktik-Freunde. Erwartet hatten alle, dass die Bayern sich wie üblich an der Mittellinie aufbauen und ihr Kurzpass-Spiel durchziehen. Man sah: Eine Bayern-Elf, die erstmals unter Trainer Pep Guardiola mit einer neuen Taktik auf dem Platz stand. Und das in einem Endspiel.
Der variable und stabile Abwehrriegel, den die Münchener kurz vor dem eigenen Strafraum aufgebaut hatten, hebelte das BVB-Spiel aus. Die Borussen setzen auf ihre enorme Laufstärke, erobern mit ihrer Power den Ball, und ab geht es nach vorne. Doch der Abwehrriegel, je nach Bedarf mit drei oder fünf Spielern ausgestattet, stoppte den BVB.
Nicht schön, aber erfolgreich. Und genau darum ging es an diesem Abend. Guardiola hat hoch gepokert und gewonnen. Seine Position bei den Bayern ist wieder gefestigt.
Und Dortmund? Wirft die Niederlage nicht um. Es gibt keinen Grund, das eigene Konzept in Frage zu stellen. Es funktioniert. In dieser Saison war eben eine andere Mannschaft besser, so ist Sport. Die Dortmunder werden nun daran arbeiten, dies nach der Sommerpause zu ändern.
Weidenfellers Albtraum heißt Robben
Dortmunds Keeper hält in Berlin stark – bis auf die Szene gegen Bayerns Angreifer
Von Daniel Berg
Berlin. Zurück in Dortmund brauchten die Koffer am Gepäckband eine kleine Ewigkeit, bis sie sich ruckelnd zu ihren prominenten Besitzern gequält hatten. Das verbesserte die Laune von Roman Weidenfeller nicht unbedingt. Aus dem Gesicht des Torwarts von Borussia Dortmund sprachen die Folgen einer schmerzhaften 0:2-Niederlage im Pokalfinale und einer kurzen Nacht.Weidenfeller hatte seine Mannschaft mehrfach mit Paraden im Spiel gehalten, mal entschlossen gegen Thomas Müller, mal routiniert gegen den gleichen Müller, mal mit einem tollen Reflex gegen Arjen Robben. Doch letztlich regnete es goldenes Konfetti eben nicht für den BVB, sondern für die Bayern aus München. Sie hatten den entscheidenden Dortmunder Fehler eiskalt ausgenutzt.
Fehler von Großkreutz
Der ereignete sich in der 107. Minute, als Weidenfeller eine weitere Chance vereitelt hatte und das Dortmunder Spiel mit einem schnellen Abwurf ankurbeln wollte. „Wie sehr wir gewinnen wollten zeigt doch, dass wir das Spiel schnell machen wollten“, sagt Trainer Jürgen Klopp - und fügt milde hinzu: „Es war nur nicht jeder darauf eingestellt.“Gemeint ist: Kevin Großkreutz. Dortmunds Mittelfeldmann hatte an diesem Abend jeden Rasenhalm des Olympiastadions einzeln begrüßt, hatte sich wie gewöhnlich bis zum Anschlag verausgabt. Weidenfellers Abwurf lässt er aber müde passieren, Flanke, Robben, Tor. Aus der Traum. Wegen einer Sekunde, in der die Müdigkeit obsiegt.
„Ich weiß nicht, ob es unbedingt sein muss, in der Verlängerung, wenn alle platt sind, das Spiel nochmal so schnell zu machen“, sagt BVB-Linksverteidiger Marcel Schmelzer. Weidenfeller meint: „Ich würde es genau so wieder machen. Mein Ball kommt an.“
So musste er sich unter unglücklichen Umständen Arjen Robben geschlagen geben. Mal wieder Arjen Robben. Zwischen dem holländischen und dem deutschen Nationalspieler ist über die Jahre ein packendes Privatduell entstanden.
2012 war das Jahr, in dem Robben auch dank Weidenfeller die tiefsten Tiefen dieses unerbittlichen Geschäfts kennen lernte. Bayern spielte um die Meisterschaft mit, als Robben im vorentscheidenden Duell mit dem BVB einen Elfmeter gegen Weidenfeller verschoss. Wochen später trat der FC Bayern zum großen Königsklassen-Finale „dahoam“ in München gegen den FC Chelsea an. In der Verlängerung gab es Elfmeter für die Bayern. Und Robben? Nahm sich den Ball – und verschoss erneut. Von den eigenen Fans wurde der manchmal streitbare und egozentrisch wirkende Profi verhöhnt. Robben war erledigt.
Nächstes Duell in Brasilien?
Nun feiern sie ihn. Wieder hatte er zugeschlagen, wieder in einem Finale. Vor einem Jahr im Champions-League-Endspiel gegen die Borussia hatte er kurz vor dem Ende den entscheidenden Treffer zum 2:1-Sieg erzielt. „Er hat ein Gespür für diese entscheidenden Momente“, erkennt Weidenfeller an, „er hat es uns jetzt doppelt und dreifach zurückgezahlt.“Weidenfeller wird nun zur Nationalmannschaft reisen und sich auf die WM vorbereiten. Theoretisch ist sogar möglich, dass das Duell der beiden in Brasilien in die nächste Runde geht.
Niersbach sieht die Klubs in der Verantwortung
Torlinientechnik jetzt wieder in aller Munde
Im Cup-Endspiel hatte Schiedsrichter Florian Meyer einem vermeintlichen Treffer des Dortmunders Mats Hummels die Anerkennung versagt. „Es war klar, dass die Diskussion jetzt wieder beginnt“, sagte Niersbach.
„Es geht um Geld, Ehre und Ruhm“
Erst am 24. März hatten die 36 Proficlubs die Einführung der Torlinientechnik mehrheitlich abgelehnt. Sowohl Pokalsieger Bayern München als auch der BVB waren damals für die neue Technik, konnten sich aber nicht durchsetzen. „Aber selbst wenn die Entscheidung pro Technik ausgefallen wäre, hätten wir sie heute noch nicht gehabt“, sagte Niersbach nach dem Finale.Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge regte am Sonntag nach der Rückkehr nach München ein erneutes Nachdenken über die Einführung der Technik an. „Vielleicht sollte die DFL noch mal eine Initiative starten, weil wir solche Diskussionen in Zukunft nicht brauchen“, sagte Rummenigge mit etwas Abstand zum Finale.
Er rief die Technik-Gegner unter den Mitgliedern der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf, ihre Haltung noch einmal zu überdenken. Möglich sei, die Technologie aus Kostengründen zunächst nur in der Bundesliga einzuführen und in der 2. Liga nachzuziehen. „Es sollte nicht an finanziellen Dingen scheitern. Es geht hier um viel Geld, viel Ehre und Ruhm“, sagte Rummenigge. dpa
Bayern-Party auf dem Marienplatz in München
100 Fans begrüßen den BVB am Flughafen
In Dortmund ist dagegen Ernüchterung eingekehrt. Bei der Rückkehr aus Berlin warteten auf dem Dortmunder Flughafen am Sonntagnachmittag hinter den Sicherheitszäunen nur knapp 100 Fans auf die Borussen. Die Fußballprofis stiegen nach der Landung direkt in den Mannschaftsbus. Weitere Termine waren nicht geplant.
Zehntausende Menschen hatten noch am Samstagabend in der Dortmunder Innenstadt beim Public Viewing mit ihrem Verein gefiebert.
Bayern-Feier mit dem Pokal
Hollywood-Star Tom Hanks und der Regisseur Tom Tykwer verfolgten das Spiel live von der VIP-Tribüne aus. Beide drehen gerade in Berlin den Film „Ein Hologramm für den König“. Foto: Kay Nietfeld/DPA
Bilder des Tages
Donnerstag, 1. Mai 2014
2014-05-01 Die im Wasserschutzgebiet vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen sorgen für Ärger im Frettertal
Zahlen für das saubere Wasser der anderen
Die im Wasserschutzgebiet vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen sorgen für Ärger im Frettertal
Von Gunnar Steinbach
Finnentrop. Der neue Finnentroper Rat ist noch gar nicht im Amt, aber schon jetzt steht fest, dass der alte ihm eine Entscheidung vererbt, die reichlich Konfliktstoff birgt.Es geht um die jüngste Änderung im Landeswassergesetzt NRW, die Grundstückseigentümer in Wasserschutzzonen verpflichtet, ihre Kanalanschlüsse bis spätestens 2015 auf Dichtheit prüfen zu lassen, wenn die Häuser vor 1965 gebaut worden sind, bis 2020 haben diejenigen Zeit, deren Häuser jünger sind.
„Mann mus sich wehren.“
Eine Regelung, die drei CDU-Gemeinderatsmitglieder aus dem Frettertal, Burkhard Hömberg, Werner Hüttemann und Christian Höveler, Position beziehen lässt, auch gegen eine Mehrheit der eigenen Fraktion: „Man muss sich“, so Burkhard Hömberg, „gegen diesen Unsinn aus Düsseldorf wehren.“Der „Unsinn“ bemisst sich für das CDU-Trio vor allem in den Kosten. Zwischen 300 und 500 Euro muss zahlen, wer seine Kanalanschluss prüfen lässt. „Das wäre ja vielleicht noch zu verschmerzen“, so Hömberg weiter, „aber was ist, wenn die etwas finden?“
Dann wird es richtig teuer, denn dann kommt der Bagger und gräbt erstmal den Garten um, bevor das erste Rohr ausgetauscht worden ist. Was die Betroffenen so richtig auf die Palme treibt, ist die Tatsache, dass die von der Wasserschutzzone Betroffenen selber gar nichts von dem gut geschützten Wasser der Fretter haben. Viele Orte im Frettertal habe ihre eigenen Wasserbeschaffungsverbände, beziehen ihr Wasser also aus lokale Quellen. Aus dem Fretterbach schöpfen die Gemeindewasserwerke, die, so Hömberg, vor allem die Bigge-Lenne-Schiene bedienen.Ist es also gerecht, wenn die nur die Frettertaler für die Reinheit des Wassers bezahlen, das nicht sie, sondern andere Ortschaften nutzen? Nein, meinen Hömberg, Hüttemann und Höveler und wollen die Angelegenheit erneut im Rat diskutieren. Erneut deshalb, weil das Thema bereits einmal im Rat auf der Tagesordnung stand.„Da haben wir zugestimmt“, so Hömberg, „aber nur der Entscheidung, dass die Prüfungen auf die verpflichtend vorgeschriebenen Fälle reduziert werden und nicht alle in der Gemeinde unter dem Unsinn leiden müssen.“ Wie denn mit den Kosten für die im Wasserschutzgebiet lebenden Frettertaler umgegangen werden soll, sei zwar in der Fraktion mal angesprochen worden, „ist dann aber in Vergessenheit geraten“, so Hömberg.
Freiwillige Leistung
Dass es leicht werden wird, eine Mehrheit für eine gemeindeweite Kostenumlage zu finden, glaubt Hömberg nicht. Denn die Gemeindewasserwerke können sie aus Satzungsgründen nicht übernehmen. Bliebe eine freiwillige Leistung der Gemeinde Finnentrop.Und da wird das Eis dünn: „Geld, das wir für die Dichtheitsprüfungen ausgeben, fehlt dann woanders“, sagt Hömberg.
(Quelle WR vom 1.5.2014)
Samstag, 26. April 2014
2014-04-26 Schon Ende Juni, Anfang Juli ist der Bahnübergang in Finnentrop für Autofahrer Geschichte
Finnentrop. Einspurig quält sich derzeit der Verkehr über die B 236 in Finnentrop. Grund ist der Bau des Kreisels, mit dem die neue Bahnbrücke an die Bamenohler Straße angeschlossen wird. Bis Ende Juni, Anfang Juli müssen die Autofahrer mit der Ampel leben, dann wird alles besser – und zwar deutlich.
Wie Karl-Josef Fischer vom Landesbetrieb Straßen in Siegen gestern bestätigte, wird der Verkehr mit Fertigstellung des Kreisels über die L 539n geführt, das Warten vor den Schranken hätte damit zumindest für Autofahrer ein für allemal ein Ende.
Richtig flüssig wird der Verkehr zu Beginn aber noch nicht fließen, weil dann die Anbindung der neuen Bigge- und Bahnüberführung an die L 539 noch geändert wird. Dieses wird noch einmal rund vier Wochen in Anspruch nehmen.
Fußgänger werden, so Fischer, für eine Übergangszeit noch die alte Biggebrücke benutzen, die soll aber noch in diesem Jahr abgerissen werden: „Der Abriss der alten Brücke ist in der Auftragsvergabe für die Bahnbrücke mit drin.“
Wenn das erste Auto Ende Juni, Anfang Juli die neue Verbindung von B 236 und L 539 nutzt, werden 27 Jahre vergangen sein, die nötig waren, um den Finnentroper Bahnübergang zu beseitigen.
Der erste Beschluss des Finnentroper Rates zur Beseitigung des Bahnüberganges datiert nämlich aus dem Jahr 1987. Das Jahr, in dem Erich Honecker als erster Staatschef der DDR die Bundesrepublik besuchte und der Kieler Ministerpräsident Uwe Barschel tot in einem Hotelzimmer in Genf aufgefunden wurde.
(Quelle: WR vom 26.4.14)
Dienstag, 22. April 2014
2014-04 Finnentrop-Mittendrin, Ausgabe 2 - Frühjahr 2014 (Bericht "Sonnenvogeljagen")
"Riut, riut, Sunnenviul!"
Ostentroper pflegen Sauerländer Brauchtum des "Sonnenvogeljagen"
Von Martin Hageböck
Mittwoch, 9. April 2014
2014-04-08 Einstimmiges Votum für neue Straßennamen
Mit einem einstimmigen Votum für die neuen Straßennamen Alte Mark für die bisherige Josefa-Berens-Straße und An der Legge für die Maria-Kahle-Straße hat der "alte" Gemeinderat in Finnentrop die in den vergangenen Monaten heiß diskutierte Thematik Straßennamen in Bamenohl abgeschlossen.
Nicht ohne dass es noch einmal zu einem Scharmützel zwischen der Fraktion FÜR Finnentrop und Bürgermeister Dietmar Heß kam. Der Vorsitzende der FÜR-Fraktion, Christian Vollmert, nutzte den Tagesordnungspunkt noch einmal zu einer Abrechnung mit dem Verhalten von CDU, SPD und Bürgermeister in dieser Sache. Vollmert erklärte zunächst, man stimme "heute dem Vorschlag der Verwaltung deshalb zu, weil wir das jetzige Votum der Anlieger akzeptieren und darin einen Teilerfolg unseres Antrags verbuchen".
Vorwurf: Dickköpfigkeit und Sturheit
Während er feststellte, "dass wir von der Fraktion FÜR Finnentrop richtig und klug gehandelt haben", warf er CDU und SPD vor, dass sie mit "Dickköpfigkeit und Sturheit wieder einmal vernünftige Entscheidungen in diesem Rat blockiert" hätten. Er sprach "von einer Reihe von Vorzeige-Demokraten", aus der man gerne ausschere, "solange sie aus Verteidigern von Nazi-Straßennamen und Schönrednern von ‘braunen Farbtupfern' besteht", und stellte abschließend fest: "Das Schauspiel, das sie mehrheitlich geboten haben, war schlicht unwürdig".
CDU-Fraktionschef Ralf Helmig verzichtete, obwohl es bei Vollmerts Äußerungen eine Menge gäbe, auf das man eingehen könne, auf eine Replik, betonte aber, dass Vollmerts Äußerungen "an der ein oder anderen Stelle unangebracht" gewesen seien. Er stellte heraus, dass man in Sachen Straßenumbenennungen stets dem Willen der Anwohner gefolgt sei.
Jedes Maß verloren
Bürgermeister Dietmar Heß kritisierte, dass Vollmert keine Entschuldigungen wie seine für den falschen Begriff braune Farbtupfer annehmen könne, "das ist nicht in Ihnen", und warf ihm vor, "keinerlei Rücksicht auf Personen" zu nehmen. Heß: "Ich meine, da geht jedes Maß verloren".
Ohne jede weitere Debatte verlief anschließend die Wahl zweier neuer Schiedspersonen. Nachdem Petra Beule (CDU) ihren Fraktionskollegen Günter Schneider gewürdigt und die Vorgänge im Hauptausschuss als "nicht mehr mit gesundem Menschenverstand erklärbar" bezeichnet hatte, wurden Elisabeth Nöker bei Enthaltung von Stefan Bischopink (FÜR) zur neuen Schiedsfrau und Günter Schneider bei vier Enthaltungen aus der FÜR-Fraktion zu ihrem Vertreter gewählt.
Quelle:
http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/nachrichten-aus-attendorn-und-finnentrop/einstimmiges-votum-fuer-neue-strassennamen-id9222997.html?service=mobile
Dienstag, 1. April 2014
2014-03-29 Die Sauerländer Volksbühne Elspe e.V. hatte Premiere von "Wir sind alle kleine Sünderlein"
— mit Petra Zimmermann und Uta Willmes.
— mit Flo Löher und Nikolaus Vogt.
Tolle Premiere der Sauerländer Volksbühne Elspe.
31.03.2014 | 16:19 UhrGarniert mit viel Lokalkolorit haben auch Ortsheimatpfleger Wolfgang Poguntke und Rechtsanwalt Klaus S. Oebke ihren Part, auch, wenn sie nicht auf der Bühne standen. Bester Boulevard eben, mit feinsinnigem Humor, der gut l umgesetzt und von den passenden Gestiken abgerundet wurde. Eine durchweg tolle schauspielerische Leistung und Textsicherheit, bei der Souffleuse Marliese Schulte kaum zum Zug kommt. Insbesondere im zweiten Teil läuft das Ensemble zu Höchstform auf. Ort des Geschehens ist die Pension „Schatzkästchen“.
Ganoven im Anmarsch
Darin bewegen sich keineswegs menschliche Schätze der Moral, sondern Ganoven, die es auf die materiellen Schätze abgesehen haben. Ob dort wirklich die Münzsammlung von Napoleon zu finden ist oder ein größerer Bargeldbestand aus einem Betrug von Kleinaktionären beherbergt ist, wird sich zeigen. Eins steht fest: Die aufgetischten Gerüchte und Geschichten wecken die Begehrlichkeiten und es geht turbulent im Café von Luise Schatz (Petra Zimmermann) zu, auch, wenn die dringend benötigten Gäste ausbleiben.Bürgermeister Hugo Schlotter (Wilfried Schudmann) ist dem Geheimnis der Schätze vermeintlich auf der Spur und der benachbarte Hotelier Schorschi Dimpelmoser (Dirk Thomsen) will sich die kleine Pension aus den genannten Gründen unbedingt unter den Nagel reißen. Auch die Nichten der Pensionsbesitzerin haben es nur auf Geld und Werte abgesehen. Kleptomanin Wilma Geierling (Dorothea Wolke) schreckt noch nicht mal davor zurück Tischdecken und das Tafelsilber mitgehen zu lassen und Jolante Geierling (Silvia Bleffgen) wird aufgrund ihrer Gier zur Gespielin des Bürgermeisters.
Erfreulicherweise hat sich wenigstens Karoline (Uta Willmes), das Mädchen für alles auf der Seite von Luise Schatz positioniert.Das hilft der Pensionsbesitzerin nicht viel. Sie kann die Rate für den Kredit nicht aufbringen und das Schatzkästchen scheint in falsche Hände zu geraten. Das Blatt wendet sich als drei Mönche, der feinfühlige Max Sperling (Niki Vogt), der burschikose Felix Knoll (Florian Löher) und Slatko Praszman (Thomas Mertens), der mit seinem imitierten Dialekt überzeugt, die Pension aufsuchen, oder waren sie vielleicht längst in die Räumlichkeiten eingedrungen?
Die Turbulenzen nehmen kein Ende und das Publikum dankt es mit viel Applaus. Am kommenden Freitag, 4. April (19.30), Samstag, 5. April (19.30 Uhr) und Sonntag, 6. April (18 Uhr) ertönt erneut der Willi Millowitsch-Klassiker „Wir sind alle kleine Sünderlein“.
Quelle:
http://www.derwesten.de/wp/staedte/nachrichten-aus-lennestadt-und-kirchhundem/tolle-premiere-der-sauerlaender-volksbuehne-elspe-id9187114.html









