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Mittwoch, 5. März 2014

2014-02-27 Josefa-Berens-Straße, Femhof-Straße und Frau-Magdlene-Straße in Lennestadt werden umbenannt

Vollmer: „Der Status der Erzähltante ist kaputt“

Josefa-Berens-Straße, Femhof-Straße und Frau-Magdlene-Straße in Lennestadt werden umbenannt

Von Werner Riedel

Lennestadt. Das Votum des Lennestädter Rates gestern Abend war eindeutig: Die Straßen Josefa-Berens-Straße, Femhof-Straße und Frau-Magdlene-Straße in Gleierbrück werden umbenannt. CDU, SPD und Grüne waren sich einig. Nur der Saalhausener Ratsherr Paul Börger, der die Schriftstellerin nach eigenem Bekunden aus Kindheitstagen persönlich kannte, votierte gegen das Ansinnen, den Namen der im Nationalsozialismus verstrickten Autorin aus dem öffentlichen Bild zu tilgen.
Der Rat beauftragte den Bürgermeister, in einer Bürgerversammlung gemeinsam mit den Anliegern der betroffenen Straßen am ehemaligen Berens-Wohnort Vorschläge für eine Neubenennung zu erarbeiten. Ob dabei alte Flurnamen oder die Namen von Opfern des Nazi-Regimes zum Zuge kommen, soll der Versammlung überlassen bleiben.

Anlieger mit im Boot

Christa Orth-Sauer: „Ich kann mich durchaus damit anfreunden, die Neubenennungen mit den Anliegern zu besprechen.“ Gleichzeitig begrüßte sie die inzwischen erfolgte Schließung der Heimatstube in Saalhausen, in der bisher u.a. Leben und Werke der Heimatdichterin präsentiert wurden. Den jährlichen Zuschuss der Stadt in Höhe von 3600 Euro könne man dazu verwenden, den von den Straßen-Umbenennungen betroffenen Anliegern damit einhergehende Kosten zu erstatten. Das könne die Verwaltung unbürokratisch erledigen.
Schnütgen: „Wichtig ist der gute Ruf der Stadt. Die Einstellung hat sich auch durch die Forschungen in den letzten Jahren geändert. Einerseits die Stolpersteine und andererseits Josefa Berens - das passt nicht mehr zusammen.“

Vollmer erinnerte daran, dass die Diskussion um die Autorin bereits bis ins Jahr 1972 in Lennestadt zurück gingen: „Heute haben wir die Chance, tabula rasa zu machen. Wir wollen uns von Josefa Berens und ihrem Umfeld ein für alle Mal trennen. Das betrifft nicht nur die Straßennamen, sondern auch Flyer, Internet-Präsens, aber auch den Gedenkstein in Gleierbrück. Die letzten wissenschaftlichen Untersuchengen waren unmissverständlich. Der Status der Erzähltante ist kaputt.“
Bürgermeister Hundt stelltee fest, dass sich die Entscheidungsgrundlagen in den letzten Jahrzehnten entscheidend verändert hätten. Erfreulich sei auch, dass die derzeitige Schließung der Heimatstube in Saalhausen gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort einvernehmlich beschlossen worden sei. Ein neues Konzept liege vor, das im Rahmen der Realisierung des TalVital umgesetzt werden solle.

Gedenkstein

Vollmer ließ nicht locker: „Wir müssen auch den Gedenkstein in Gleierbrück entfernen.“ Bürgermeister Hundt ergänzte: „...soweit er auf öffentlichem Grund steht.“ Befindet sich der Gedenkstein allerdings auf einem Privatgrundstück, hat die Stadt wenig Handhabe.

(Quelle WR vom 27.02.2014)

2014-02-27 RP: Keine Einwände gegen Leserbrief

RP: Keine Einwände gegen Leserbrief

Finnentrop. Der Leserbrief von Werner Pulte, in dem er den Gemeinderat dazu aufgerufen hatte, Rückgrat zu zeigen und sich im Straßenstreit gegen die Position von Bürgermeister Heß durchzusetzen, bleibt für den Lehrer an der Nikolaus-Kopernikus-Realschule ohne Konsequenzen. Dietmar Heß hatte den Pulte-Brief samt einer eigenen Einschätzung des Vorgangs an den Regierungspräsidenten als Dienstaufsichtsbehörde weitergeleitet. Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte er seine Kritik an Pulte bestätigt und gesagt, dass es ihm egal sei, was der RP aus dem Vorgang mache.

Werner Pulte, der in Olpe wohnt und in Finnentrop unterrichtet, hatte den Vorgang als Versuch gewertet, ihn mundtot zu machen.

Der Regierungspräsident sieht in dem Leserbrief keinen Anlass für ein dienstrechtliches Einschreiten.gus

(Quelle WR vom 27.02.2014)

2014-02-26 Natur verrückt: Maikäfer im Februar

Natur verrückt: Maikäfer im Februar

Wendener Jäger Jochen Schneider erstaunt über Garten-Entdeckung

Von Josef Schmidt

Wenden/Olpe. Als Kultbarde Reinhard Mey Mitte der 70-er Jahre „Es gibt keine Maikäfer mehr“ trällerte, hätte er sich das wohl kaum träumen lassen: Nicht nur, dass es besagte Krabbel-Tierchen knapp 40 Jahre später noch gibt, sondern auch, dass sie sich sogar schon mitten im tiefsten Wintermonat Februar ans Tageslicht trauen.

Jochen Schneider, 64-jähriger Rentner und seit fast vier Jahrzehnten passionierter Jäger und Naturfreund aus Wenden, traute gestern Morgen seinen Augen nicht. Als er in seinem Garten Unkraut rupfte, entdeckte er plötzlich den etwa 2,5 cm großen, hellbraunen Flügel-Gesellen: „Das ist für die Zeit eigentlich viel zu früh. So etwas habe ich in meinem ganzen Leben erst einmal gesehen, Ende der 50-er Jahre.“ Damals hätten seine Eltern auf dem Hohen Stein in Olpe gebaut, und bei den Erdarbeiten im Januar/Februar, seien einige Maikäfer und Engerlinge in der Erde herumgekrabbelt. Schneider erinnert sich: „Die haben wir damals an unsere Hühner verfüttert.“

Natur überschlägt sich

 Ein wenig erstaunt zeigte sich gestern auch die Olper Umweltschutzbeauftragte Sabine Melzer-Baldus über den Fund: „Die Natur überschlägt sich momentan. Ich wüsste nicht, dass ich im Februar schon mal von Maikäfern gehört hätte. Das ist total selten.“

Angesichts des extrem milden Winters hätten aber offenbar viele Insekten und Kleintiere beste Entfaltungsmöglichkeiten vorgefunden, was sicherlich auch Nachteile mit sich bringen könne. Denn die milden Temperaturen gefielen eben auch Plagegeistern wie Mücken oder Schnecken.
Eigentlich erst im April oder Mai.
 Ein Blick ins Naturlexikon klärt auf, dass Maikäfer ihrem Namen entsprechend gewöhnlich erst in den Monaten April und Mai aus dem Erdboden krabbeln und sich überwiegend von den Blättern der Laubbäume ernähren. Bei der Eiablage werden 10 bis 100 Eier in eher feuchte Humusböden eingebracht. Die Käfer leben noch etwa 4 bis 7 Wochen. Das Männchen stirbt nach der Begattung, das Weibchen nach der Eiablage. Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen die Engerlinge. Bei einer Maikäferplage im Jahre 1911 wurden auf einer Fläche von etwa 1800 Hektar rund 22 Millionen Käfer gesammelt.

(Quelle WR vom 26.02.2014)


2014-02-26 Es schrieben Blödsinn einst zwei Damen/ Nun ehrt man sie mit Straßennamen... (Eiten Stefan)

Macht die Namen endlich weg

Straßennamen. Es schrieben Blödsinn einst zwei Damen/ Nun ehrt man sie mit Straßennamen/ in unserem Hauptgemeindeort. Ich frag’ nun: Ist das Hirn hier fort?/ Stadt Köpfe machen zu den Nägeln / tun alle sich im Ratssaal flegeln / und Unsinn oder gar nichts machen. / Ich find das echt nicht mehr zum Lachen. / In Deutmecke fragt sich die Kuh: / Wann kommt denn dieser Quatsch zur Ruh´? / In Wörden quakt der Frosch behände: / Wann nimmt der Spökes nur ein Ende? / In Fehrenbracht die Gänse fragen / Wie lange wird uns das noch plagen? / Ein Wiesel fragt in Ostentrop / Ham alle dort nur Stroh im Kopp? / In Schönholthausen klagt der Biber / Mir wären andre Namen lieber. / Jetzt macht die Namen endlich weg / und kehrt hinfort den Nazidreck. / Nennt eine Straße meinetwegen / „Pfad derer, die gern Eier legen“ / Die andre dann, habt doch Erbarmen / Von mir aus „Straße ohne Namen“. Ihr dürft danach mit klaren Köpfen / Kraft für die wicht’gen Dinge schöpfen. / Hört auf mit eurer Pillepalle / Das wünschen Menschen, Tiere - alle. Stefan Schröder Finnentrop - Ostentrop

(Leserbrief / Quelle WR vom 26.02.2014)

2014-02-26 Vortragsveranstaltung im Kino: Das Mitläufertum als eine Art Naturgesetz

Das Mitläufertum als eine Art Naturgesetz

Nach 1945 wurde geschwiegen und vergessen, dann wurden Straßen benannt und Orden verteilt

Von Gunnar Steinbach

Finnentrop. „Josefa Berens, Maria Kahle – Nazi-Kultur und Geschichtsgedächtnis im katholischen Sauerland“ lautete das Thema einer Informationsveranstaltung, zu der Kreisheimatbund und der Heimatbund Gemeinde Finnentrop am Montag ins Finnentroper Kino geladen hatten. Referent war der Düsseldorfer Theologe und Publizist Peter Bürger, Leiter des Christine Koch-Mundartarchivs, Museum Eslohe.
„Straßennamen“, so Bürger, „sind Fenster in die Vergangenheit“, und deshalb sei kritisch zu prüfen, ob die auf diese Weise Herausgehobenen diese Ehrung tatsächlich verdienten. Eine Frage, die sich angesichts ihrer Schriften im Falle von Maria Kahle und Josefa Berens von alleine beantworte.
In seinen Arbeiten zeichnet Bürger Leben und Werk der beiden nach, die als prominente Nazipropagandistinnen eine Blut- und Bodenideologie vertraten und mit rassistischen sowie antisemitischen Hetzschriften den Naziverbrechen den Boden bereiteten.
Auch für Bürger überraschend, meldete sich am Montagabend mit Josef Rademacher aus Schliprüthen ein Zeitzeuge, der über ein Treffen mit Josefa Berens berichtete. Gemeinsam mit dem Schauspieler, Regisseur und Intendanten Gustaf Gründgens besuchte Rademacher 1957 Josefa Berens in Saalhausen. „Ein Satz“, so Rademacher, „ist mir dabei in Erinnerung geblieben. Sie sagte: Man hätte das jüdische Volk viel früher ausrotten müssen, weil es eine latente Gefahr für die Reinheit der arischen Rasse ist.“
Sie wussten es nicht besser. So klar wie die Verankerung der beiden im Nationalsozialismus, so schwierig die Antwort auf die Frage, wie es Berens und Kahle dreißig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf Straßenschilder schaffen konnten. Bürger erhebt keinen Vorwurf an die damals Verantwortlichen. Im Gegenteil: „Sie wussten es nicht besser.“ Als Kronzeuge für das „Nichtwissen“ zitierte Bürger sich selbst. Als Mitherausgeber der Autobiographie von Josefa Berens „Alles ist Wandel“ hatte er noch 1992 ein sehr wohlwollendes und verharmlosendes Vorwort geschrieben. Wie war das möglich?
Bürger erinnerte zunächst daran, dass das Sauerland für die Nazis eine „harte Nuss“ war. Die Stimmenanteile der NSDAP waren teilweise verschwindend gering, gewählt wurde das Zentrum. Josefa Berens selbst beklagt, dass „die Schwarzen (gemeint sind Priester und das Zentrum) einen vollen Anschluss an die neue Hitler-Zeit noch sabotieren.“ Die Distanz zu den braunen „Christus-Feinden“ bedeutete aber nicht Widerstand, „sondern ein Sich-Arrangieren im Mitläufertum“, so Bürger. Dieses verbreitete Mitläufertum sei normal gewesen, fast eine Art Naturgesetz. Nach dem Krieg habe man geschwiegen. Geschwiegen über das Mitläufertum, geschwiegen über die nahen Opfer, aber auch geschwiegen über die, die sich aufgelehnt und damit gegen das „Naturgesetz“ verstoßen hatten. Peter Bürger erinnerte an das Beispiel von Josef Rüther aus Olsberg, der als katholischer Antifaschist von den Nazis verfolgt wurde und sich noch in den 50er Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert sah, er habe durch seine unbeugsame Haltung sich und seine Familie gefährdet.
Es sei zu einem normalen Verdrängungsprozess gekommen, der dazu geführt habe, dass selbst Tiefbraune Orden verpasst bekamen und in höchste Ämter befördert wurden.
Es könnte so einfach sein Peter Bürger appellierte an alle Beteiligten, die Diskussion um Straßennamen nicht zu einem Parteien-Gezänk werden zu lassen, sondern nach Möglichkeit einen gemeinsamen Entschluss zu fassen. Insbesondere in Finnentrop könne das so einfach sein, da man mit Maria Autsch, Pater Kilian Kirchhoff und Josef Quinke aus Fretter drei Widerständler in den eigenen Reihen habe, die für ihre unbeugsame Haltung mit dem Leben bezahlt hätten.

(Quelle WR vom 26.2.2014)


 Ankündigung der Vortragsveranstaltung vom 19.02.2014 (Quelle WR vom 19.02.2014):

Vortrag im Finnentroper Kino

Nazi-Kultur und Geschichtsgedächtnis

Finnentrop. Am Montag, 24. Februar, um 18.30 Uhr wird der Düsseldorfer Theologe und Publizist Peter Bürger im Kino bei der Festhalle Finnentrop einen Vortrag zum Thema „Josefa Berens, Maria Kahle – Nazi-Kultur und Geschichtsgedächtnis im katholischen Sauerland“ halten. Zu dieser Veranstaltung laden der Kreisheimatbund Olpe und der Heimatbund Gemeinde Finnentrop alle Interessierten, insbesondere die Anwohner der nach diesen Schriftstellerinnen benannten Straßen in Finnentrop-Bamenohl und in Lennestadt-Gleierbrück, herzlich ein.

Der völkische Flügel

Als Leiter des Christine-Koch-Mundartarchivs am Museum Eslohe hat Peter Bürger bereits vor einem Jahr in seiner Dokumentation unter den Titel „Der völkische Flügel der sauerländer Heimatbewegung“ auch die Benennung von Straßen nach Heimatdichtern mit nationalsozialistischem Hintergrund diskutiert und um die Umbenennung der Straßen gebeten. In seinem Vortrag möchte er aufzeigen, dass es hierbei auch um Heimatpatriotismus und um unsere Gegenwart geht.
Das Christine-Koch-Mundartarchiv kündigt an, noch in diesem Frühjahr in Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund Olpe zwei weitere spezielle Internetdokumentationen zu Josefa Berens und Maria Kahle zu veröffentlichen. Außer der Reihe soll auch ein Heft zu den drei großen Christen aus Finnentrop, namentlich Maria Autsch, Pater Kilian Kirchhoff und Josef Quinke, erscheinen, die ihren Widerstand gegen das Hitler-System mit dem Leben bezahlen mussten.


2014-02-25 Leserbrief des CDU-Fraktionsvorsitzenden zu Straßennamen

Bürgerwillen respektiert

Straßennamen. Zu dem viel diskutierten Thema kann man unterschiedliche Ansichten und Meinungen haben, das gestehe ich jedem Bürger uneingeschränkt zu. Das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion in der Ratssitzung am 11. Februar war und ist keine Entscheidung in der Sache, sondern eine Entscheidung in einem längeren, gemeinsam vereinbarten Prozess der Entscheidungsfindung. In der Sache selbst wird auch in unserer Fraktion durchaus differenziert diskutiert.
Mit großer Mehrheit waren die Anwohner der Meinung, die Straßennamen beizubehalten. Daraufhin beschloss der Rat der Gemeinde Finnentrop einstimmig, die beiden Straßennamen beizubehalten. Dazu steht die CDU-Fraktion bis heute! Man kann nicht erst die Bürger um ihre Meinung fragen und dann, wenn einem die Antwort nicht gefällt, behaupten, die Bürger waren wohl mit der Anfrage „überfordert“ bzw. haben sich nicht ausreichend mit dem Thema beschäftigt und sich dann über den Bürgerwillen hinwegsetzen. Wie wäre mit der Mehrheitsfraktion und dem Bürgermeister umgegangen worden, wenn wir uns über den Willen der Bürger hinweggesetzt hätten? Neue Fakten oder Erkenntnisse, die einen Meinungswechsel begründen könnten, gibt es bis heute nicht. Alles, was über die beiden Schriftstellerinnen heute bekannt ist, war auch schon im Juli 2013 im Internet oder anderen Quellen nachzulesen. Für die CDU-Fraktion hat bei dieser Entscheidung der Bürgerwille und das im Frühjahr vereinbarte Vorgehen zur Entscheidungsfindung an erster und wichtigster Stelle gestanden und somit haben wir den Antrag der anderen Fraktion auf Umbenennung der Straßen abgelehnt! Unsere Meinung und die Begründung dazu habe ich in mehreren Sitzungen als Stellungnahme der CDU und auch gegenüber der heimischen Presse, die mich telefonisch um eine Stellungnahme gebeten hatte, abgegeben. Über die dann sehr einseitige Berichterstattung in den Medien bin ich sehr enttäuscht. Zum Schluss aber auch noch ein paar persönliche Gedanken zur eigentlichen Sache. Mit dem Umbenennen der Straßennamen radieren wir unsere Vergangenheit nicht aus, auch dieses ist eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Ich will das Wirken und Handeln der beiden Schriftstellerinnen wirklich nicht schön reden und erst recht nicht für gut heißen. Zu einer vollständigen Berichterstattung gehört es dann auch, dass Maria Kahle sich 1956 in einem Brief von ihrem Gedankengut distanziert (nachzulesen auf der Homepage des Sauerländer Heimatbundes) und das als großen Fehler eingesehen hat. 1957 wurde ihr dann sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen ... Ralf Helmig, CDU Fraktion Finnentrop

(Quelle WR vom 25.2.2014)

2014-02-22 Straßen-Streit geht weiter

Straßen-Streit geht in die zweite Runde

FÜR-Fraktion erneuert ihren Antrag

Von Gunnar Steinbach

Finnentrop. Die Fraktion FÜR Finnentrop stellt für die Ratssitzung am 8. April erneut den Antrag, die Josefa-Berens- und Maria-Kahle-Straße umzubenennen. In der Ratssitzung am 11. Februar hatte eine „Groko“ aus CDU, SPD und Bürgermeister den Antrag schweigend abgelehnt.
In einer Pressemitteilung der FÜR-Fraktion heißt es unter anderem: Wir begrüßen die erkennbare Sinnesänderung der Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD im Rat der Gemeinde Finnentrop zur Straßenumbenennung. Deren Äußerungen lassen den Schluss zu, dass die Fraktionen von CDU und SPD wieder einmal nicht willens waren, einen Antrag der FÜR Fraktion mitzutragen. Die öffentlichen Erklärungen der Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD liefen nicht nur ins Leere, sondern flogen ihnen buchstäblich um die Ohren. Die sich anschließenden Interpretationen waren grotesk. Der Bürgermeister hat sich mittlerweile für seine völlig „verunglückten“ öffentlichen Äußerungen entschuldigt. Dies wird von uns akzeptiert. Nicht akzeptiert wird von der Fraktion FÜR Finnentrop, dass der Bürgermeister jetzt das Heft des Handelns in die Hand nehmen will, um eine Änderung der Straßennamen zu erwirken. Der Bürgermeister befindet sich in der Exekutive und hat dort die Beschlüsse des Rates umzusetzen. Darum gehört die Angelegenheit zurück in den Rat. Die Fraktion FÜR Finnentrop hat deshalb einen erneuten Antrag gestellt. Damit können ihre am 11. Februar getroffene Entscheidung überdenken und über ihren persönlichen Erkenntnisgewinn daran mitwirken, dass Finnentrop wieder zur politischen Ruhe kommt.“
Die FÜR-Fraktion beantragt, die Straßen in „Maria-Autsch-Straße“ und „Alexander-Haindorf-Straße“ umzubenennen. Ferner soll der Rat beschließen, den Anwohnern die durch die Umbenennung entstehenden Kosten zu erstatten und die Verwaltung zu beauftragen, Anwohner durch organisatorische Hilfestellung zu unterstützen.

(Quelle WR vom 22. Februar 2014)

Und weitere Leserbriefe aus der gleichen Quelle:

Jeglichen Respekt verdient

Straßennamen. „Was die daraus machen, ist mir egal !“ Unglaublich, Herr Heß, wie Sie hier mit Menschen umgehen, die anderer Meinung sind als Sie! Ist das das neue Demokratieverständnis, mit welchem der vor „Selbstherrlichkeit strotzende“
Im Leserbrief des Herrn Pulte eine Dienstpflichtverletzung zu sehen, ist mehr als ein fadenscheiniges Argument und erweckt eher den Anschein es gehe eher um eine „Majestätsbeleidigung“. Herr Heß, Sie erwecken den Anschein, als hätten Sie allein das Recht zu entscheiden was Demokratie ist, wie Meinungsfreiheit zu definieren ist und (noch) nicht verstanden, dass sich auch ein Lehrer – insbesondere einer, der in Ihrer Gemeinde tätig ist – kritisch mit unverständlichem Verhalten und Meinungsäußerungen auseinandersetzen darf. Das als Attacke gegen Sie anzusehen, gehört eher in die Kategorie „lächerlich“!
Sie versuchen hier einen Lehrer, der sicherlich seine Qualifikationen langjährig ( mehr als 30 Jahre ) an der Nikolaus-Kopernikus Realschule unangefochten unter Beweis gestellt hat, die Fähigkeit abzusprechen , junge Menschen zu kritischen Demokraten zu erziehen, nur weil er es gewagt hat, Sie, den 1. Bürger der Gemeinde, zu kritisieren?
Ich jedenfalls schäme mich für ein derartiges Verhalten, insbesondere, wenn es sich hierbei auch noch um christlich und sozial geprägte Ratsmitglieder handelt! Wenn Sie , Herr Bürgermeister, an anderer Stelle von „ Meinungsradikalität“ sprechen, frage ich Sie: Was ist das dann im Umgang mit dem Leserbrief von Herrn Pulte?
Pultes Brief verdient jeglichen Respekt, Herr Bürgermeister Heß! Darin eine Dienstpflichtverletzung zu sehen, ist absurd und spiegelt eindrucksvoll den Versuch wider,
Schade, damit wurde wieder einmal eine Chance vertan, gelebte Demokratie und Meinungsbildung zu demonstrieren, statt sich in der Sache mehr konfrontativ als kooperativ zu zeigen! Hiermit haben Sie sich und Ihrer Gemeinde keinen Gefallen getan.
H.A. Klein Wenden 

Auch Lehrer darf Meinung äußern

Straßennamen/Pulte. Seit mittlerweile mehreren Wochen weht den Befürwortern der Beibehaltung der umstrittenen Straßennamen in Bamenohl ein rauer Wind in die Gesichter. Was nun folgt, sind zarte Versuche von Mitgliedern der nicht umsonst als ,Große Koalition’ titulierten Mehrheit im Rat und des übermächtigen Bürgermeisters, sich von teilweise peinlichen Äußerungen und Verhaltensweisen zu distanzieren und doch noch eventuell mögliche Straßenumbenennungen in Aussicht zu stellen. Schließlich stehen im Mai die nächsten Kommunalwahlen an.
Der jetzigen SPD-Fraktion ist nur zu empfehlen, eigene, auf sozialdemokratischer Grundlage basierende Kommunalpolitik zu betreiben und versuchen, wieder eine breite Akzeptanz in der Gemeinde Finnentrop zurück zu gewinnen, denn die ist in den letzten Jahren arg verloren gegangen. Trotz aller Versuche, „zurückzurudern“, lässt es der Bürgermeister zum wiederholten Male nicht aus, auf persönliche Kritik völlig überzogen zu reagieren. Ich meine das Possenspiel, das der Bürgermeister mit einem sehr verdienten, engagierten Lehrerkollegen der Nikolaus-Kopernikus-Realschule, Herrn Pulte, treibt. Der hat es doch tatsächlich gewagt, einen Leserbrief zu veröffentlichen, in dem er sich kritisch und besorgt zu dem o.g. Beschluss des Rates äußert und die Ratsmitglieder auffordert, ,Rückgrat zu zeigen und sich über die Position des Bürgermeisters hinwegzusetzen’. Dieser wertet das nun als eine Dienstpflichtverletzung und hat den Leserbrief samt eigener Stellungnahme an den RP Arnsberg als Schulaufsichtsbehörde weitergeleitet. Diese seine Stellungnahme gipfelt in der Äußerung, er bezweifele ,die Fähigkeit des Herrn Pulte, junge Menschen zu kritischen Demokraten zu erziehen’. Genau das ist es, was engagierte Lehrer wie Herr Pulte seit Jahren im Schulalltag, nicht nur im Geschichtsunterricht, versuchen und praktizieren, weil das zu den Grundwerten der schulischen Erziehung gehört.
Auch ein Lehrer einer Schule der Gemeinde Finnentrop sollte seine Meinung äußern dürfen, wenn er sich ernsthafte Gedanken über politische Missstände in unserer Gemeinde macht, auch wenn es dem für den Schulbereich zuständigen Bürgermeister nicht passt.
Gisbert Florath, Bamenohl